生活在现在– (转贴)吉普赛人的文化

最近法国驱逐了不少生活在那里的吉普赛人,当然其他欧盟国家也有驱逐,但没有法国这次的行动声势浩大,引人注目。

于是有不少报道,这篇是从社会学,人类学等角度分析,为什么吉普赛人的文化是他们不能融入现代社会,为什么他们的犯罪率高,为什么他们常常生活贫困。

看过这篇文章,我联想到西方文艺作品中对吉普萨人的浪漫美化,是令人羡慕和向往的生活方式,无拘无束,总是“生活在别处”,自由热情等等。

比较著名的小说有《百年孤独》,,电影作品中也很多,虽然不是真正意义上的吉普赛人,从很多特征来看,实质上受到了吉普赛人生活方式的启发。很多文化运动也是如此。

也有不好的,负面的,或是态度模糊的,比如瓦尔达的《天涯流浪女》,小说或歌剧《卡门》,举不胜举。

这种风气也也以各种形式在中国得以充分表现。

我一直写carpe diem,把握今天,其实不能忘记的还有一句,memento mori “不要忘记死亡(的降临)”,这两者的联系也是很有渊源的。因为我前面写的blog,不是考虑两者并存的那个“今日有酒今朝醉”的巴洛克时代,“人总是要死的,而且随时有可能死,所以尽量享受今天吧”,我不是这个意思,这篇文章也跟这个没有关系。之所以要注明,因为我所考虑的是另外的问题,关于“时间和存在”的问题。

这篇文字之所以引起我的思考,是给我一个生动的例子证明了,“生活在现在,不一定就是好的”。

人不能摆脱历史(财富比如也是通过时间积累的,领了工资马上都花了,在财富积累的资本主义社会是绝对不行的,也是人生活一直贫困的根源),因为历史从一定程度上决定了现在,不管是从文化身份,教育程度etc角度。人在时间内不是自由的。

因为人总归是集体的成员,很多文人,小资也就是脑子里面过过干瘾,想象一下自己的outlaws的生活景象罢了,最终还是不能真正的无拘无束的。就连吉普赛人,受家庭环境影响,也不是真正的活在现在。

为了将来,只想着今天快活,那是不行的。所以,这篇文章教育了我,也彻底推翻了我过去的想法。同时也使我从另一个角度去思考了很多所谓艺术家的吉普赛人生活方式的来龙去脉。的确是挺可笑的。

9月2日德国《世界报》

Die Macht der Roma-Clans behindert ihre Integration

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article9347029/Die-Macht-der-Roma-Clans-behindert-ihre-Integration.html

Der Volksmund irrt. Das Zigeunerleben ist nicht lustig. Die Roma haben
nicht nur an ihrer Vergangenheit schwer zu tragen. Sie werden
diskriminiert, entrechtet, verfolgt, ausgewiesen. Die zwölf Millionen
Menschen, die größte Minderheit in Europa, die teils in elender Armut
leben, stoßen auf Misstrauen.

In einigen Ländern sind die Roma zwar weitgehend integriert, in anderen
allerdings bleibt rund die Hälfte an der Peripherie der Gesellschaft.
Eigene Fehler hindern viele Roma daran, Anschluss an die Moderne zu
finden. Mit den offenen Grenzen in Europa und den
Einkommensunterschieden zwischen den Ländern lässt sich das
Armutsproblem der Roma nicht mehr auf die osteuropäischen Staaten
eingrenzen.

Hindernis 1: Das Verhältnis zur Arbeit

Besonders prekär ist die Lage in osteuropäischen Ländern, wo der Anteil
der Roma an der Gesamtbevölkerung bis zu zehn Prozent ausmacht. In den
Staaten des ehemaligen Ostblocks wohnen sie meist in Gegenden, die durch
eine ungünstige Wirtschaftsstruktur geprägt sind. Die Arbeitslosigkeit
ist entsprechend hoch, ohne Aussicht auf Besserung.

Der Vorarlberger Rainer Klien, im österreichischen Bundesministerium für
Arbeit, Gesundheit und Soziales auf die "Zusammenarbeit mit
benachbarten Reformstaaten" spezialisiert, kommt zu einem
pessimistischen Schluss, wenn er über Vermittlungsmöglichkeiten
schreibt: "Bei der Roma-Bevölkerung in Mittel- und Osteuropa
konzentrieren sich fast alle arbeitsmarktpolitischen Nachteile, die
vorstellbar sind."

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Die Job-Chancen sind für Roma auch im Westen gering

In Rumänien leben drei Millionen Roma, in Bulgarien und Ungarn rund eine
Million. Die nicht assimilierten Roma Osteuropas gehörten zu den
grossen Verlierern des Systemwechsels. Im Kommunismus waren sie in die
planwirtschaftliche Produktion eingebunden gewesen, als Hilfsarbeiter
oder in den Minen. Die Löhne waren zwar tief, aber jeder hatte ein
geregeltes Einkommen.

Nach der Implosion der UdSSR gehörten die Roma zu den Ersten, die
ihre Stellen in den staatlichen Betrieben verloren. Viele wurden auf
ihre traditionellen Rollen zurückgeworfen. Die Job-Chancen für Roma sind
auch im Westen klein. Eine spanische Studie zeigt, dass nur 51 Prozent
der Roma über 16 Jahre Lohnempfänger sind. Schlimmer noch: Von diesen
haben lediglich 15 Prozent einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Eine Gemeinschaft, die keine Herren duldet

Hohe Fluktuationen sind keine Ausnahme. Eine Studie aus einer Kleinstadt
in Slowenien ergab, dass die meisten Roma ihren Arbeitsplatz bereits im
ersten Jahr wieder verliessen. Die häufigen Wechsel lassen sich nicht
bloss mit den unattraktiven Jobs erklären. Der Rom sei ein
ausgesprochener Individualist und nicht bereit, von einem anderen
herumkommandiert zu werden, heisst es in einem Sammelband, der von
Roma-Kenner Thomas Acton herausgegeben wurde.

Acton, der sich seit den 1960er Jahren auf die Soziologie der Roma
spezialisiert hat, schildert die Roma als Gemeinschaft, die keine Herren
duldet. Es gebe in ihrer Gesellschaft keine Institutionen, welche die
Herrschaft über einen anderen Teil zulassen. Die radikale Ablehnung von
hierarchischen Strukturen versteht Acton als Reaktion auf die
Unterwerfung unter die Nichtroma (die sogenannten Gadsche), welche die
Roma seit ihrer Einwanderung nach Europa vor rund tausend Jahren
hinnehmen mussten.

Kein Zeitmanagement

Eines der Hauptprobleme bei der Integration in den Arbeitsprozess sehen
Experten zudem in der "zeitlosen" Existenz der Roma. "Vielen unter den
Roma soll die Fähigkeit abgehen, in längeren Zeiträumen zu planen", sagt
Andreas Oplatka, langjähriger Osteuropa-Korrespondent der "Neuen
Zürcher Zeitung".

Sie zögen es vor, die Gegenwart voll auszukosten, und darin könne man
durchaus einen Wert erkennen. Das schafft aber ein Grundproblem. "Denn
wer die Zeit nicht einteilen kann, also kein "Zeitmanagement" kennt,
kann sich in der Industriegesellschaft nur schlecht integrieren", sagt
Oplatka.

Hindernis 2: Kultur

Der Sozialanthropologe Michael Stewart von der London School of
Economics, der fünfzehn Monate lang in einer ungarischen Roma-Siedlung
gelebt hat, bringt das Zeitgefühl der Zigeuner mit dem Ausdruck
"Identität ist in der Gegenwart verhaftet" auf den Punkt.

Die traditionelle Roma-Kultur sei nur dem Hier und Jetzt verpflichtet.
So hätten sich seine Kontaktpersonen im Roma-Dorf nicht daran erinnern
können, wer früher in einem bestimmten Haus gewohnt oder wer es gebaut
habe, berichtet Stewart. Wenn Roma-Eltern ein Vermögen hinterliessen,
wurde es nicht an die Kinder vererbt, sondern während der Beerdigung
konsumiert.

Ablehnung zeitlicher Horizonte

Eine andere Studie schildert: Was nach dem Tod eines Familienvorstandes
nicht zerstört wurde, wurde verkauft. Man wolle nicht in einem Haus
leben oder Land besitzen, das mit dem Toten assoziiert werde. So ist es
nicht möglich, Vermögen aufzubauen.

Auch die Namengebung reflektiert die Ablehnung zeitlicher Horizonte.
Die Namen der Roma sind nicknames, die sie im Laufe des Lebens begleiten
und sich je nach Situation und sozialem Umfeld ändern können. Mit der
Entwicklung eines jungen Menschen, so Stewart, veränderten sich auch
seine Namen, seinem jeweiligen Ruf entsprechend.

Hindernis 3: Schule und Ausbildung

Mit der Betonung der Gegenwart einher geht die Skepsis gegenüber einer
schulischen Ausbildung. In Deutschland kommen die meisten Kinder von
Roma-Familien zwar der Schulpflicht nach. Doch viele besuchen die
Lektionen unregelmäßig, stellte die deutsche Ethnologin Ute Koch bei
einer Feldstudie mit Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien fest, die in
einer westdeutschen Großstadt leben.

Auch würden Kinder oft nur deshalb zur Schule geschickt, weil dies für
eine Verlängerung des Aufenthalts gefordert sei. Die Kinder müssen zudem
oft zum Unterhalt der Familie beitragen. Eine Studie aus Slowenien
belegt, dass nur die wenigsten Roma-Kinder angemessene
Lernvoraussetzungen hatten.

Eine Ausbildung steht dem frühen Heiratsalter im Weg

Als weiteres Hindernis sieht die britische Pädagogin und Roma-Kennerin
Christine O’Hanlon die Tradition, zusammen zu lernen, am liebsten im
Familienverband, damit die älteren die jüngeren Geschwister unterstützen
können. Konventionelle Schulen mit ihren "chronologisch organisierten"
Klassenzimmern würden deshalb auf Widerstand stoßen, so O’Hanlon.

Vor allem aber hätten Eltern Angst, dass ein Besuch staatlicher Schulen
zur Erosion der Roma-Kultur führen könnte, wie mehrere Fallstudien
zeigen. Den meisten Roma-Kindern sei zudem unklar, was ihnen der
Schulstoff im Leben nützen könnte. Einer Ausbildung steht zudem oft das
frühe Heiratsalter im Weg. Es ist keine Ausnahme, wenn eine junge Frau
bereits beim achtzehnten Geburtstag zwei Kinder hat.

Hindernis 4: Eigentumsbegriff

Zu den ersten Erfahrungen des Anthropologen Stewart gehörte ein für ihn
ungewohnter Umgang der Roma mit dem Eigentum von anderen: Der
persönliche Besitz geniesse keine Exklusivität, registrierte er im
ungarischen Roma-Dorf. Für Roma, so lernte Stewart, geht der Besitz von
Konsumgütern mit dem Recht von anderen einher, das Eigentum ebenfalls zu
benutzen.

Die Eigentumsverhältnisse sind fließend. Man helfe sich
wie unter Brüdern gegenseitig aus, ganz im Sinne einer
Gemeinschaftsethik, die einem egalitären Verhältnis unter Roma
entspreche. Statt vom individuellen Eigentum werde das Roma-Denken in
vielen Fällen vom Primat des kollektiven Familienbesitzes geleitet,
meint der tschechische Anthropologe Marek Jakoubek.

Hindernis 5: Clan-Kultur

Laut Jakoubek ist der Familienzusammenhalt der Roma eine
Emanzipationsbarriere. Der Clan verhindere ein Ausscheren Einzelner aus
der traditionellen Gesellschaft, weil er befürchte, dass die
solidarischen Beziehungen in der Familie geschwächt würden. Die Familie
blockiere deshalb den Aufstieg der Ehrgeizigen, meint Jakoubek.

Zwar gelingt es Roma immer wieder, sich aus der Umklammerung der Familie
zu befreien, sich weiterzubilden und in hohe Positionen zu gelangen. So
leben in der Schweiz 50.000 bis 80.000 Roma, die gut integriert sind.
Aus Angst vor Diskriminierung verheimlichen aber die meisten ihre
Roma-Herkunft. Das Leisetreten hat Konsequenzen: Dadurch fehlen in der
Roma-Gemeinschaft positive Rollenvorbilder derjenigen, die sich
integriert haben.

Soziale Integration ist fehlgeschlagen

Die Integration stößt oft auf Ablehnung, wie Ute Koch in ihrer
Untersuchung erkannte. Trotz des Versuchs einer Eingliederung der Roma
musste Koch illusionslos feststellen: "Soziale Integration kam nicht
zustande." Das Misstrauen der Roma gegenüber den "Gadsche" ist
abgrundtief, nachdem sie von ihnen während Jahrhunderten vor allem
Schlechtes erfahren mussten.

Die Nazis wollten sie kollektiv auslöschen und ermordeten mehr als
100.000 Roma. Die Roma sprechen von "Porrajmos", Katastrophe,
vergleichbar mit dem Holocaust. Anders als den Juden gelang den Roma
nach dem Zweiten Weltkrieg keine Renaissance.

Hindernis 6: Das Dilemma Frankreich statuiert jetzt ein Exempel

Medienwirksam werden Roma in ihre Heimat, nach Rumänien,
zurückgeführt. Neu daran ist lediglich, dass dies vor laufenden Kameras
stattfindet. Denn es gehört in EU-Staaten längst zum Alltag, dass Roma
ausgewiesen werden. Allein im ersten Halbjahr wurden 1625 rumänische
Staatsbürger aus 18 europäischen Ländern abgeschoben, in denen sie gegen
Gesetze verstoßen hatten und mit denen Bukarest Rückführungsabkommen
unterzeichnet hatte.

In den ersten sechs Monaten des laufendes Jahres mussten 581 Rumänen
Frankreich verlassen, davon rund 140 wegen Bettelei, 120 wegen
Diebstahl, 84 wegen Überschreitung der Höchstaufenthaltsdauer. Italien
schickte 350 Rumänen zurück, Belgien 260, Dänemark 121, Grossbritannien
72, Deutschland 65.

Die Forderungen lassen sich schwer vereinbaren

Die EU habe bis vor kurzem nicht begriffen, dass die Integration der
Roma von heute auf morgen allein mit gutem Willen nicht machbar sei,
sagt Oplatka: "Einzelne osteuropäische Länder können die Eingliederung
der Roma in die Gesellschaft aus eigener Kraft kaum, gewiss aber nicht
mit der von Brüssel geforderten Schnelligkeit schaffen." Zwei Postulate
stehen sich nämlich gegenüber: Die Roma sollen einerseits im Interesse
ihrer Integration die westlichen Kulturprämissen annehmen. Anderseits
sollen sie auch ihre Eigenart und ihre Kultur bewahren. Oplatka: "Diese
zwei Forderungen widersprechen sich und lassen sich nicht vereinbaren.
Denkbar sind nur Abstriche, ein Kompromiss also."

Der Text erschien in der 34. Ausgabe der schweizer Wochenzeitung „Die
Weltwoche“. Wir drucken ihn mit freundlicher Genehmigung des Verlegers
nach.

Über ewanhk

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3 Antworten zu 生活在现在– (转贴)吉普赛人的文化

  1. 花花 schreibt:

    对于“吉普赛”人,我的了解确实不多。但关于这篇文章里提到的现状,工作,教育等。。。我马上想到的就是“新疆”问题。虽然咱们不会有驱逐,或者大屠杀。但是“新疆”从某个角度上,也有类似的问题。“文化”与“现实”。也许可以对比着去想吧。。。最终关键的是,是否能找到解决的方案。。。也许可以互相参考。。。

  2. Kai schreibt:

    这篇报道在网络上引起了不少人对欧洲穆斯林移民现状的讨论。欧洲人已经草木皆兵了,任何问题都可以马上转到穆斯林移民,宗教问题上。虽然我觉得这两个群体面临的问题和困境的确有很多共同点也有不少差异,融入问题从来不局限于移民,任何人的生活都是融入这个那个群体,价值观,放弃个人的追求。我之所以没有联想到穆斯林,新疆上,因为1,这不是我这个文章要考虑的问题。2。这个问题过于复杂,牵扯太多,我自己都不懂。3。中国的新疆和西藏,那里的人不算是移民,其实汉人才是移民。实际上是汉化的过程,文化竞争,中国传统文化当时也是这样随着国破家亡覆灭的。所以今天中国逐渐强大时,要重建中国文化,而不是恢复,那样照样没有竞争力。文化的没有竞争力直接造成物质基础的无依无靠,所以中国现在要大力发展文化事业。

  3. 花花 schreibt:

    "中国特色“的掌控,重建谈何容易。。。这个话题,大家都有谈,只是如何做?中国现在自己都弄不清自己的文化是什么?不过翻翻古书。。。宣传,宣传。。。”重建“在我看来,是impossible mission…

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